Was ist ein Entwicklungsgespräch in der Kita?
In diesen Gesprächen wird gemeinsam mit den Eltern der aktuelle Entwicklungsstand des Kindes besprochen. Neben den Erziehungsberechtigten ist auch die Gruppenleitung anwesend, die ihre Beobachtungen teilt. Dazu gehören Aspekte wie das Verhalten des Kindes im Umgang mit anderen, seine sprachliche, kognitive und motorische Entwicklung sowie besondere Interessen oder Fähigkeiten. Dabei steht keinesfalls der Leistungsdruck im Vordergrund. Der Kindergarten ist kein Ort für schulischen Druck – hier steht das spielerische Lernen im Vordergrund. Doch je näher der Schulbeginn rückt, desto mehr richtet sich der Fokus im Gespräch auf mögliche Fördermaßnahmen.
Im letzten Kindergartenjahr wird das Gespräch konkreter, da der Übergang in die Grundschule thematisiert wird. Für manche Eltern kann dieser Übergang mit Unsicherheiten verbunden sein, die im Gespräch geklärt werden können. Außerdem werden individuelle Fördermaßnahmen besprochen, um den Übergang zur Schule so reibungslos wie möglich zu gestalten.
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Ablauf eines Entwicklungsgesprächs
Zu Beginn des Gesprächs begrüßt die Gruppenleitung die Eltern und bittet sie, Platz zu nehmen. Es empfiehlt sich, für das Gespräch einen ruhigen Ort zu wählen, an dem sich alle Beteiligten ungestört austauschen können. Häufig wird der Raum der jeweiligen Gruppe als Treffpunkt genutzt.Die Gruppenleitung beginnt das Gespräch, indem sie die vergangenen Monate aus einer pädagogischen Perspektive resümiert. Sie schildert den Eltern, wie sich ihr Kind entwickelt hat, welche Aktivitäten ihm am meisten Freude bereiten und welche persönlichen Interessen sich herausgebildet haben. Dabei wird eine möglichst objektive und wertfreie Analyse angestrebt.
Im weiteren Verlauf haben beide Seiten die Gelegenheit, ihre Beobachtungen auszutauschen. Der gegenseitige Dialog zwischen Eltern und Gruppenleitung ist ein zentraler Bestandteil. Während die Erziehungsberechtigten ihr Kind vor allem im privaten Umfeld erleben, bringt die Fachkraft ihre pädagogische Expertise ein. Am Ende des Gesprächs verabschieden sich alle Beteiligten und legen gegebenenfalls einen Folgetermin oder ein außerplanmäßiges Gespräch fest.
Häufige Fragen zum Ablauf des Entwicklungsgespräches
Einige Fragen drehen sich um die Rahmenbedingungen des Gesprächs und helfen dabei, sich auf den Termin vorzubereiten:1. Wie lange dauert ein Entwicklungsgespräch im Kindergarten?
In der Regel dauert ein Entwicklungsgespräch etwa 15 bis 30 Minuten. Diese Zeit reicht aus, um alle relevanten Themen zu besprechen, Fragen zu stellen und Rückmeldungen zu geben.
2. Ist die Teilnahme an den Gesprächen für die Eltern verpflichtend?
Ja, die Teilnahme ist verpflichtend. Es wird den Eltern dringend geraten, den Termin wahrzunehmen, da es sich um eine wichtige Gelegenheit handelt, das Kind im Entwicklungsprozess zu begleiten. Für Fachkräfte ist es gesetzlich vorgeschrieben, diese Gespräche durchzuführen.
3. Wie oft werden Entwicklungsgespräche durchgeführt?
In den meisten Kitas findet das Gespräch einmal jährlich statt. Eltern können jedoch auch außerhalb der regulären Gesprächstermine einen Termin anfragen. Ein solches außerplanmäßiges Gespräch kann direkt mit der Gruppenleitung vereinbart werden.4. Sind die Gespräche nur als Präsenztermine möglich?
Normalerweise erfolgt das Gespräch persönlich. Sollte dies jedoch aufgrund von Terminkonflikten nicht möglich sein, kann die Gruppenleitung auf ein Telefongespräch ausweichen.Typische Fragen und Themen während des Gesprächs
Sowohl die Gruppenleitung als auch die Eltern haben Themen, die sie im Gespräch ansprechen möchten. Hier sind einige typische Fragen, die während des Gesprächs zur Sprache kommen:1. Wie hat sich mein Kind seit dem letzten Gesprächstermin entwickelt?
Dies ist eine zentrale Frage, bei der der Stand der Entwicklung des Kindes gemeinsam evaluiert wird. Die Gruppenleitung hat einen umfassenden Überblick über die Fortschritte des Kindes und teilt diesen mit den Eltern.
2. Welche Beobachtungen hat die Gruppenleitung in den vergangenen Wochen und Monaten gemacht?
Entwicklungsgespräche sind keine Einbahnstraßen. Beide Seiten kommen zu Wort. Die Gruppenleitung berichtet von ihren Beobachtungen, und die Eltern können ihre eigenen Eindrücke einbringen.
3. Was ist mir als Elternteil in der letzten Zeit bei meinem Kind aufgefallen?
Eltern haben oft eigene Beobachtungen gemacht, die im Gespräch wichtig sind. Es geht nicht nur um Schwierigkeiten, sondern auch um positive Entwicklungen, wie etwa eine Verbesserung des Verhaltens oder neue Interessen.
4. Decken sich die eigenen Feststellungen mit denen der Gruppenleitung?
Das Gespräch bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Perspektiven abzugleichen. Ein konstruktiver Dialog führt dazu, dass beide Seiten ihre Beobachtungen teilen, miteinander abgleichen und eine gemeinsame Einschätzung des Entwicklungsstandes des Kindes finden.
So wird das Gespräch konstruktiv
Für eine erfolgreiche Gesprächsführung gibt es sowohl für die Gruppenleitung als auch für die Eltern eine kleine Checkliste, die bei der Vorbereitung und Durchführung hilft:Checkliste für die Gruppenleitung
1. Eine gute Planung ist Gold wertPlanen Sie den Termin frühzeitig und stellen Sie sicher, dass alle Unterlagen vollständig sind. Eine frühzeitige Terminabsprache sorgt für einen ruhigen Ablauf.
2. Stichworte als Stütze
Notieren Sie sich vorab die wichtigsten Punkte und Themen. Diese können während des Gesprächs als Gedächtnisstütze dienen.
3. Sachlich bleiben
Falls es zu Spannungen kommen sollte, bleibt es wichtig, sachlich und ruhig zu bleiben. So kann das Gespräch konstruktiv weitergeführt werden.
Checkliste für die Eltern
1. Das Gespräch als Chance sehenSehen Sie das Entwicklungsgespräch nicht als Pflichttermin, sondern als wertvolle Gelegenheit, sich intensiv über die Entwicklung Ihres Kindes auszutauschen.
2. Offenheit bringt Sie weiter
Nutzen Sie die Möglichkeit, um Fragen zu stellen und Unklarheiten zu klären. Ein offenes Gespräch ist der Schlüssel, um gemeinsam Lösungen zu finden.
3. Keine Kritik an Ihrer Person
Es geht im Gespräch nicht um Kritik an Ihrer Erziehungsweise. Die Gruppenleitung möchte mit Ihnen zusammenarbeiten, um das Beste für Ihr Kind zu erreichen.
Fazit
Entwicklungsgespräche bieten wertvolle Einblicke in den Fortschritt des Kindes und ermöglichen es, gemeinsame Ziele und Fördermaßnahmen zu definieren. Sie sind eine Chance, die Perspektiven der Eltern und der Gruppenleitung zu vereinen und eine fundierte Einschätzung des Entwicklungsstandes zu gewinnen. Im Zentrum steht immer die individuelle Begleitung des Kindes auf dem Weg vom Kindergarten in die Schule – ohne Druck, aber mit gezielter Unterstützung.Helena Katharina H., 13.01.2026
