Tagesablauf im Kindergarten
Wer genau hinsieht, stellt eine Struktur im Tagesablauf fest. Der geregelte Ablauf dient dem Fachpersonal als zeitliche Gliederung bei der Planung des Tages mit seinen wechselnden (oder gleichbleibenden) Programmpunkten. Die Verantwortlichen wissen, wie viel Zeit für die vorhanden ist und wie sich die Zeitspanne vom Morgen bis zum Mittag sinnvoll ausfüllen lässt.
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Wie sieht ein typischer Tagesablauf im Kindergarten aus?
Nach der Ankunft in der Tagesstätte versammeln sich die Gruppenmitglieder, um gemeinsam den Morgenkreis abzuhalten. An den morgendlichen Zusammenkünften nimmt auch die Gruppenleitung teil. Im Stuhlkreis wird über das Programm des Tages gesprochen. Auf diese Weise bezieht die Leitung der Kindergartengruppe die Mitglieder in die Tagesplanung ein. Wer tolle Ideen hat, darf sie benennen. Die Gruppenleitung versucht, den Vorschlag umzusetzen.Im Anschluss dürfen die Kinder spielen oder die Angebote wahrnehmen, die von den pädagogischen Fachkräften geleitet werden. Gemeinsames Basteln, Turnen in der Turnhalle oder Ausflüge in die nahegelegene Umgebung sind solche Unternehmungen. Die Angebote dürfen in Anspruch genommen werden; es besteht jedoch keine Pflicht zur Teilnahme.
Das gemeinsame Frühstück findet zumeist im Gruppenraum statt. Die Kinder bringen ihre Pausenbrote mit in die Tagesstätte und essen sie im Kreis der übrigen Gruppenmitglieder. In vielen Kitas dürfen die Kinder selbst entscheiden, wann sie ihre Brote verspeisen möchten. Andere Einrichtungen räumen eine gesonderte Frühstückszeit ein. Sie gilt für alle Anwesenden und ist ein fester Teil des Tagesablaufs.
Beim freien Spielen gibt es keine Vorgaben. Die Kinder dürfen die verfügbaren Spielsachen oder Spielgeräte nutzen, um eigene Ideen umzusetzen. Dabei wird das kreative Denken gefördert, was als Ausblick auf die Grundschulzeit verstanden werden kann.
Am Ende des Tages halten die Beteiligten eine Verabschiedungsrunde ab, um gemeinsam Rückschau auf die vergangenen Stunden zu halten. Der darauffolgende Tag beginnt wieder mit dem traditionellen Morgenkreis.
Beispiel-Tagesablauf im Kindergarten (mit Uhrzeiten)
Für Krippen gelten andere Abläufe, die sich auf das junge Alter der Kinder zurückführen lassen. Der unten aufgeführte Tagesablauf ist beispielhaft. Er stellt einen typischen Zeitplan im Kindergarten dar. Er lässt sich als Zeitplan für Kitas anwenden, deren Mitglieder älter als 3 Jahre sind.8:00 - 8:10: Begrüßung und Morgenkreis
Beim Morgenkreis bilden die Teilnehmenden einen Stuhlkreis, um gemeinsam das Programm des Tages zu besprechen. Die Kinder werden von der Gruppenleitung begrüßt und nach ihrem Befinden gefragt. Am Montag wird auf das Wochenende zurückgeblickt. Die Anwesenden dürfen dem Kreis der Zuhörenden von ihren Erlebnissen erzählen.
8:10 - 9:30: Freies Spielen oder Angebote
Nach der Begrüßungsrunde haben die Gruppenmitglieder die Gelegenheit, frei zu spielen oder Spielangebote wahrzunehmen. Bei den Angeboten ist ebenfalls auf ein zeitliches Limit zu achten, damit noch genug Zeit für andere Beschäftigungen bleibt und der zeitliche Rahmen eingehalten wird. Die einzelnen Spielangebote sollten den Zeitraum von 20 bis 30 Minuten nicht übersteigen.
9:30 - 9:45: Frühstück
Beim Frühstück finden sich die Kinder am Tisch ein. Manche Kitas haben eine offene Frühstückszeit, während andere Einrichtungen feste Zeiten für das gemeinsame Frühstück vorsehen.
9:45 - 10:00: Hofpause
Je nach Wetterlage verbringen die Kinder die Pausenzeit im Freien oder im Gruppenraum. Bei leichtem Regen spricht allerdings nichts gegen eine Hofpause, die draußen stattfindet. Schneereiches Winterwetter macht den Kindergartenkindern besonders viel Spaß. Im Sommer halten sich die Schützlinge ohnehin gerne unter freiem Himmel auf.
10:00 - 12:20: Freies Spielen
Nach der Pause auf dem Hof wird das freie Spielen im Gruppenraum fortgesetzt. Diese Phase endet zur Mittagszeit, bevor die Kinder nach Hause zurückkehren. Den eigentlichen Tagesabschluss bildet jedoch die Verabschiedungsrunde.
12:20 - 12:30: Verabschiedungsrunde (optional)
Die Verabschiedungsrunde am Ende des Tages kann ähnlich wie der Morgenkreis gestaltet werden. Alle Gruppenmitglieder bauen ihre Stühle zum Sitzkreis auf. In der großen Runde wird über den zurückliegenden Vormittag gesprochen. Die Anwesenden tauschen sich mit der Gruppenleitung darüber aus, was ihnen gut gefallen hat und was aus ihrer Sicht nicht so erfreulich war. Bei dem Gespräch sollte man als Pädagogin oder Pädagoge genau zuhören und die Äußerungen der Kinder als Rückmeldung begreifen.
Bei der offenen Verabschiedung entfällt der Stuhlkreis. Stattdessen werden die Kinder einzeln verabschiedet, wenn sie von ihren Eltern abgeholt werden.
Unterschiede u3 und ü3
In der Krippe (bis 3 Jahre) entfällt ein Großteil der Zeit auf Versorgungsmaßnahmen wie das Zubettbringen der Kinder. Auch die Essenszeiten dauern länger, da die Gruppenmitglieder vom pädagogischen Fachpersonal gefüttert werden.In Gruppen mit älteren Kindern (ab 3 Jahre) bleibt mehr Zeit für die selbstständige Beschäftigung mit Spielsachen oder anderen Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben.
Warum ein strukturierter Tagesablauf für Kinder wichtig ist
Ein geregelter Tagesablauf ist ein geordneter Verlauf der Stunden vom Morgen bis zum Abend. Im Kindergarten ist die Zeit auf die Mittagsstunden begrenzt. Die Wichtigkeit eines strukturierten Ablaufs bleibt allerdings auch während des Aufenthalts in der Betreuungseinrichtung bestehen.Tagesverläufe mit einer erkennbaren Struktur setzen sich aus Gewohnheiten zusammen. Sie werden von allen Beteiligten routiniert durchgeführt. Mit der Zeit gehen sie den Mitwirkenden 'in Fleisch und Blut' über.
FAQs - ist noch etwas unklar?
1. Ist die zeitliche Gliederung festgelegt?Der zeitliche Aufbau des Tagesablaufs wird von der Kita oder von der Gruppenleitung bestimmt. Durch die Beständigkeit des Stundenplans erleben die Kinder eine Struktur, die sich zu einer liebgewonnenen Gewohnheit entwickelt und Ordnung in ihr Leben bringt.
2. Fühlen sich die Kinder im Kindergarten von dem Zeitplan nicht überfordert?
Bei der Frage nach einer möglichen Überforderung kommt es auf die Art und Weise an, wie der Tagesablauf geregelt ist. Je näher die Kinder dem Grundschulalter rücken, umso besser kommen sie mit dem Zeitplan zurecht. Die wenigsten von ihnen empfinden den geregelten Tagesablauf als Belastung.
3. Welche Vorteile hat der geplante Tagesablauf für die Erzieherinnen und Erzieher?
Mit der Zeit wird der Tagesablauf auch für die Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter zu einer Konstante, die ihnen die Bewältigung des Arbeitstages leichter macht.
Für frisch ausgebildete Fachkräfte ist der Tagesplan eine Hilfestellung, die ihnen bei der Planung des eigenen Alltags die wichtigsten zeitlichen Eckdaten vor Augen führt. Ein Blick auf einen tabellarischen Tagesverlauf zeigt ihnen das zeitliche Kontingent und beantwortet die Frage, wie viel Zeit für die unterschiedlichen Aktivitäten vorhanden ist.
4. Gibt es gute Gründe, die gegen einen festgelegten Zeitplan sprechen?
Im Kindergarten muss man immer flexibel sein und sich auf Unerwartetes einstellen. Dieser Leitsatz gilt vor allem in Krippengruppen. Die Versorgung der Kinder in Krippen nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Hier ist ein Abweichen vom Zeitplan oft nicht nur wünschenswert, sondern notwendig.
Bei älteren Kindern passiert es nicht selten, dass sie vollkommen in ihren gegenwärtigen Tätigkeiten aufgehen. Wenn das Spielen mit Bauklötzen oder die Herstellung kunstvoller Gebilde aus Pappmaché länger dauert, sollte die Gruppenleitung den kreativen Fluss nicht unterbrechen. In dem Fall ist es durchaus erlaubt, vom regulären Zeitplan abzuweichen und an anderer Stelle Zeit einzusparen. An solchen Tagen fällt zum Beispiel die Verabschiedungsrunde einige Minuten kürzer aus.
5. Gilt an Ausflugstagen auch das Regelwerk des üblichen Tagesablaufs?
Im Laufe des Jahres werden Termine auf dem Zeitplan vermerkt, die keine 'normalen' Kindergartentage sind. Die Gruppe macht sich zusammen mit der Gruppenleitung auf den Weg, um Tierschutzhöfe oder Waldlichtungen zu erkunden. Hier kann der übliche Ablauf aufgrund der anderen Umgebung selbstverständlich nicht befolgt werden. Bestimmte Pfeiler des regulären Zeitplans (Begrüßung und Verabschiedung) werden bei einer näheren Betrachtung dennoch ersichtlich.
Fazit - ein geregelter Tagesablauf als pädagogisches Rüstzeug
Ein strukturierter Ablauf des Alltags ist für die Entwicklung der Kinder aus verschiedenen Gründen sinnvoll. Spätestens ab der ersten Klasse unterliegen die Wochentage der Schulkinder einem Zeitplan, welcher in Form des Stundenplans in Kraft tritt. Wer einen geregelten Tagesablauf bereits aus der Kita kennt, gliedert sich leichter in die zeitlichen Strukturen der neuen Schule ein. In ihrem Alter brauchen die Kindergartenkinder feste Gewohnheiten, die regelmäßig wiederkehren. Solche Bedingungen vermitteln ihnen ein Gefühl von Sicherheit. So fühlen sie sich in der Kindergartengruppe beschützt und geborgen.Als Gruppenleitung sollte man den Zeitplan einhalten, ohne zu engstirnig an dem tabellenartigen Ablauf festzuhalten. Die zeitliche Gliederung ist eine Empfehlung, von der man nach Bedarf abrücken kann. Der Morgenkreis als Tagesbeginn und die Verabschiedungsrunde als Abschluss sollten als 'Eckpfeiler' im Tagesverlauf beibehalten werden.
Nina K., 09.01.2026
Zur Autorin: Mein Name ist Katharina und ich bin seit dem Jahr 2018 als freiberufliche Autorin tätig. Zuvor habe ich mein Studium in Anglistik und Philosophie erfolgreich abgeschlossen. Das Verfassen von Artikeln für Lehrerblogs zählt nicht nur zu meinen grundlegenden, sondern auch zu meinen liebsten beruflichen Aufgaben. Mir macht es viel Freude, sowohl Lehrkräften als auch Schülerinnen und Schülern nützliche Ratschläge für den Alltag 'vor der grünen Tafel' an die Hand zu geben. Meine Themenschwerpunkte reichen von Hilfestellungen für die Organisation über Tipps für eine gelungene Unterrichtsführung bis hin zu Gedanken über Werte wie Empathie und Mitgefühl – sie ermöglichen nicht nur in der Schule ein harmonisches Miteinander.
