Schülerzeitung - ran an die Schreibfeder!
Viele Schulen bringen in regelmäßigen Abständen eine Zeitschrift heraus, die sich an eine geschlossene Leserschaft richtet - die Schülerzeitung. Sie wird in allen Klassenstufen gelesen. Dabei wird nicht der neueste Klatsch der Schule in Schriftform kundgetan: Bei einer Schülerzeitung handelt es sich um eine Zeitschrift, deren Inhalte sich auf das Leben in der jeweiligen Bildungseinrichtung beziehen. Auf diese Weise wird ein exklusives Schriftstück für die interessierten Leserinnen und Leser geschaffen.
Schülerzeitschriften werden in Grundschulen oder weiterführenden Schulen in Umlauf gebracht. Das hauptsächliche Ziel einer Schülerzeitung ist der informative Wert. Sowohl die Schülerschaft als auch die Mitglieder des Lehrerkollegiums können sich beim Lesen der Artikel weiterbilden, Neues über die Schule lernen oder sich Termine für anstehende Veranstaltungen im Kalender notieren.
Grundsätzlich haben alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, an dem langfristigen Projekt teilzunehmen. Daneben finden auch Beiträge von Lehrkräften Eingang in die Zeitschriften. Typische Themen und Inhalte für die Schülerzeitung sind die Ankündigung von Schulveranstaltungen, die Rückschau auf vergangene Ereignisse oder der Meinungsaustausch zu einem Thema, welches die Leserschaft betrifft. Weitere Ideen sind die Veröffentlichung von Bildern, die im Kunstunterricht angefertigt wurden. Solche Beiträge lassen sich mit einer Abstimmung verbinden. Die Leserschaft darf entscheiden, welches Bild sie bevorzugt. Die Bilder mit den meisten Stimmen werden in der nächsten Ausgabe prämiert.
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Planung und Organisation
Der Stift ist gespitzt und an Ideen für spannende Beiträge mangelt es den Redakteuren auch nicht? Dann beginnt die Planung. Zu den organisatorischen Belangen zählen die Häufigkeit der Veröffentlichung, die Themenwahl und das Layout.Beim Verfassen der Artikel ist eine grundsätzliche Neutralität wichtig. Die Themen sind in verschiedene Rubriken gegliedert, wo sie erklärt, analysiert oder auch diskutiert werden. Bei der Auseinandersetzung mit den Inhalten ist eine sachliche Diskussion entscheidend.
Schülerzeitschriften lassen sich in drei große Rubriken einteilen:
1. Zurückliegende Ereignisse (was war?)
2. Aktuelle Themen (was ist?)
3. Zukünftige Ereignisse (was kommt?)
Zurückliegende Ereignisse werden in der Zeitschrift resümiert. Dabei können die Meinungen Anderer Erwähnung finden. Der Verweis auf aktuelle Themen erinnert die Leserschaft an Termine für Veranstaltungen in der Schule. Darunter fallen Schulfeste, Projektwochen oder Ausflüge. Oft werden solche Termine in der dritten Rubrik thematisiert.
Die Auswertung und Veröffentlichung von Leserbriefen stellt eine eigenständige Rubrik dar. Alle Mitglieder der Schülerschaft und des Lehrerkollegiums dürfen der Redaktion schreiben, um ihre Standpunkte zu Themen oder Fragestellungen deutlich zu machen.
Gestaltung und Layout
Die Zeitschrift wird in gedruckter Form oder als Onlinezeitung veröffentlicht. Je nach technischer Ausstattung der Schule sind beide Versionen möglich. Die fertiggestellte Schülerzeitung wird auf der schulinternen Homepage hochgeladen. Anschließend können alle Interessierten auf das Dokument zurückgreifen.Eine ansprechende Gestaltung lässt sich mit weichen Farbverläufen herstellen. Zeitungen müssen übersichtlich sein. Ein Inhaltsverzeichnis bereitet die Lesenden auf die Inhalte vor, die sie in der aktuellen Ausgabe erwarten. Fotografien oder grafische Darstellungen lockern das Layout auf. Das Deckblatt sollte einen Wiedererkennungswert haben. Das Logo der Schule kennen alle Mitglieder der Leserschaft. Es ist für die Gestaltung des Titelblatts eine gute Wahl. Ansonsten können künstlerisch Begabte Zeichnungen entwickeln, die als Grafiken verwendet werden.
Produktion und Veröffentlichung
In den meisten Schulen werden die Zeitungen einmal im Monat oder alle drei Monate herausgebracht. Die regelmäßigen Zusammenkünfte sind feste Termine für die Redakteurinnen und Redakteure. Sie finden jeden Monat oder zweimal im Halbjahr statt. Bei den Redaktionssitzungen tauschen sich die Beteiligten über Themen für die neue Ausgabe aus. Die Treffen dauern etwa 1 bis 1 ½ Stunden. In dieser Zeit haben alle Anwesenden die Gelegenheit, eigene Wünsche für Beiträge zu äußern und sich entsprechend ihrer persönlichen Stärken zu engagieren.Digitale Ausgaben werden auf der schuleigenen Webseite hochgeladen. Gedruckte Ausgaben lassen sich im Kopierraum der Schule anfertigen. Manche Schulen beauftragen Druckereien. Hier spielt die Kostenfrage eine Rolle bei der Entscheidung für (oder gegen) die Inanspruchnahme. Die Veröffentlichung von neuen Ausgaben wird auf der Homepage oder als Aushang an der Pinnwand bekanntgegeben.
Tipps für eine erfolgreiche Schülerzeitung
Eine Sichtung des Materials bringt nicht nur Ordnung in die Unterlagen, sondern hilft bei der Unterscheidung zwischen vorrangigen und nebensächlichen Inhalten.Bei der schriftlichen Analyse von wissenschaftlichen Themen ist auf den Wahrheitsgehalt der Beiträge zu achten. Das sorgsame Gegenlesen ist eine bewährte Methode, um Inhalte auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Das Lektorat ist für die Korrektur von Rechtschreibfehlern zuständig.
1. Was hat einen informativen Wert für alle Schülerinnen und Schüler oder zumindest für die meisten Mitglieder der Schulgemeinschaft?
2. Welche Themen sind für die Lehrkräfte ebenso aufschlussreich wie für die Schülerschaft?
3. Was interessiert vor allem die Lehrerinnen und Lehrer?
4. Wie lange dauert die Beschaffung des Pressematerials?
Die Inhalte der Zeitung müssen für die Schulgemeinschaft relevant sein. Ein kritisches Abwägen hilft bei der Frage, welche Ereignisse oder Themen ihren Weg in die Zeitschrift finden. Eine weitere Differenzierung betrifft die Zielgruppe. Schülerinnen und Schüler betrachten das Geschehen im schulischen Lebensbereich oft aus einer anderen Perspektive als die Lehrerschaft. Die Redaktion muss beiden Blickwinkeln gerecht werden.
Umfragen lassen eine Tendenz bei den Interessenlagen erkennen. Aufrufe wie "Was wollt ihr in der nächsten Ausgabe erfahren?« ermutigen die Leserschaft zu einem ehrlichen Feedback. Sie dürfen ihre Wünsche offen zur Sprache bringen. Die Redaktion nimmt sich der Anregungen an und setzt sie bei der nächsten Ausgabe um.
Die Sammlung des Pressematerials wird zwischen den Terminen der Veröffentlichungen vorgenommen. Hier geht die Qualität vor der Quantität: Eine überschaubare Anzahl an Beiträgen ist sinnvoller als viele verschiedene Artikel ohne erkennbare thematische Struktur.
Schülerzeitung - FAQs
Das Gremium der Redaktion beratschlägt sich über den Aufbau und die Gestaltungsmöglichkeiten der Zeitschriften. Vor der Veröffentlichung einer neuen Ausgabe wird akribisch geplant. Die folgenden Fragen bringen Struktur in die Organisation.1. Welche Themenbereiche dürfen in der Zeitung auftauchen?
Für die Veröffentlichung eignen sich alle Sachverhalte, die einen inhaltlichen Bezug zum Leben in der Schule aufweisen. Eine Aktualität der Themen ist ebenfalls von Bedeutung: Ähnlich wie eine Tageszeitung sollte auch eine Zeitschrift für die Schülerschaft auf dem neuesten Stand sein. So bleibt sie für die Zielgruppe interessant und informativ.
Ein Ausblick auf das Sommerfest oder ein Resümee des zurückliegenden Halbjahres sind ideale Themen für die Schülerzeitschrift. Die Bitte um Ideen für die Renovierung der Pausenhalle oder Meinungen zur Zeitschrift wird als Aufruf gestartet. Alle Einreichungen werden von der Redaktion aufmerksam gelesen und in den finalen Artikeln verarbeitet.
2. Welche Inhalte haben in der Schülerzeitung keinen Platz?
Meinungsverschiedenheiten oder persönliche Unstimmigkeiten gehören nicht in die Zeitung. Darüber hinaus dürfen keine Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte oder andere Angestellte der Schule verunglimpft werden. Diese Regel hat nichts mit Zensur zu tun. Sie soll dafür sorgen, dass alle Mitglieder der Zielgruppe die Zeitschrift gerne lesen und keine versteckten Angriffe befürchten müssen.
Bei Satire ist eine besondere Sensibilität gefragt. Generell gibt es keine Einwände gegen Glossen mit einem satirischen Anstrich. Sie sollten sich aber nie gegen Personen richten oder verletzend sein. Kritische Betrachtungen von Themen aus Politik und Wirtschaft sind zulässig, solange sie keine Rechtsverstöße beinhalten. Sexistische und rassistische Kommentare widersprechen dem Grundgedanken der Toleranz, für den unsere Schulen stehen.
Eine ähnliche Vorsicht ist bei Umfragen ratsam. Bei Aufrufen an die Leserschaft sollte das Thema mit Bedacht gewählt werden. Ideen für die Neugestaltung des Schulhofs oder Vorschläge für den Leitsatz der nächsten Projektwoche sind als Anlass für eine Umfrage ideal. Meinungsforschungen zur Unterrichtsführung von Lehrpersonen gehen zu sehr in einen persönlichen Bereich. Von solchen Anfragen an die Leserschaft sollte die Redaktion Abstand nehmen.
3. Haben Lehrkräfte bei der Planung der Themen ein Mitspracherecht?
Bei der Planung von möglichen Thematiken dürfen Lehrerinnen und Lehrer Anregungen geben. Es steht der Redaktion frei, sich bei der Suche nach geeigneten Themen an die Lehrkräfte zu wenden. Das Verfassen der Beiträge ist jedoch eine reine Angelegenheit der Redaktion. Lehrpersonen oder Mitglieder der Schulleitung dürfen die Artikel nicht inhaltlich überarbeiten. Ein Beeinflussen der Verantwortlichen im Hinblick auf Meinungen ist nicht erlaubt. Es steht Lehrkräften allerdings frei, eigene Texte für die Zeitung zu Papier zu bringen.
4. Wie wird das Material für die Beiträge gesammelt?
Als Grundlagen für die Zeitungsartikel dienen schriftliche Aufzeichnungen oder Audiodateien von Befragungen, Leserbriefe und selbst verfasste Texte aus dem Kreis der Redaktion. Nach dem Zusammentragen werden die Materialien selektiert. Das Auswahlverfahren fällt in den Zuständigkeitsbereich der Redakteurinnen und Redakteure. Bei der Gelegenheit kann zwischen wichtigen und weniger bedeutsamen Inhalten unterschieden werden, damit die Seitenzahl der Zeitung nicht den Rahmen sprengt.
5. Wer darf sich an Aufrufen für Beiträge beteiligen?
Die Schülerzeitschrift ist eine Dienstleistung für die gesamte Schulgemeinschaft. Jede und jeder darf sich mit einem Leserbrief einbringen. Daneben werden manche Aufrufe an eine bestimmte Personengruppe gerichtet. Diese Gruppen sind einzelne Klassen oder Jahrgänge, ausgewählte Mitglieder aus dem Kreis der Lehrpersonen oder die Siegerriege des letzten Rechenwettbewerbs.
6. Wie kann die Lehrerschaft den Arbeitseinsatz der Redakteurinnen und Redakteure würdigen?
Die Beteiligung in der Redaktion ist eine freiwillige Tätigkeit. Niemand wird zur Teilnahme verpflichtet. Die Freiwilligen investieren einen großen Teil ihrer Freizeit in die Redaktionsarbeit. Deshalb ist es ein positives Zeichen von Lehrerinnen und Lehrern, dieses Engagement anzuerkennen. Am Ende des Schuljahres sollte die Schulleitung ein paar lobende Worte an die Beteiligten richten. Das Signalisieren von Dankbarkeit zeigt den Redakteurinnen und Redakteuren den hohen Stellenwert ihrer Arbeit auf.
Fazit - schreiben, lesen und sich schlaumachen
Von Schülern für Schüler - und Lehrkräfte: Eine Zeitung für die Schule dient der Unterhaltung, der Information und der Festigung der Schulgemeinschaft. In den Zeitschriften werden sowohl Rückblicke als auch Vorschauen gehalten. Eine Seite mit Rätseln, Wortspielen oder Backrezepten rundet den Inhalt zwischen den Umschlagseiten ab. Information und Unterhaltung sollten sich die Waage halten. Mit solch einer gleichmäßigen Gewichtung lassen sich unterschiedliche Interessenlagen abdecken.Trotz ihres Namens richtet sich eine Schülerzeitschrift nicht ausschließlich an die Schülerschaft. Auch Lehrpersonen blicken der Veröffentlichung von neuen Ausgaben mit Neugier entgegen. Aus diesem Grund sollte das Werk nicht Schülerzeitung, sondern Schulzeitung genannt werden. Sie ist ein Angebot für alle, denen das Leben an ihrer Schule am Herzen liegt und die an diesem Geschehen teilhaben möchten.
Nina K., 02.02.2026
Zur Autorin: Mein Name ist Katharina und ich bin seit dem Jahr 2018 als freiberufliche Autorin tätig. Zuvor habe ich mein Studium in Anglistik und Philosophie erfolgreich abgeschlossen. Das Verfassen von Artikeln für Lehrerblogs zählt nicht nur zu meinen grundlegenden, sondern auch zu meinen liebsten beruflichen Aufgaben. Mir macht es viel Freude, sowohl Lehrkräften als auch Schülerinnen und Schülern nützliche Ratschläge für den Alltag 'vor der grünen Tafel' an die Hand zu geben. Meine Themenschwerpunkte reichen von Hilfestellungen für die Organisation über Tipps für eine gelungene Unterrichtsführung bis hin zu Gedanken über Werte wie Empathie und Mitgefühl – sie ermöglichen nicht nur in der Schule ein harmonisches Miteinander.
