Frühling: Bewegungsförderung in Kita und Grundschule
Dabei geht es nicht darum, Kinder ungehemmt toben zu lassen. Gerade im pädagogischen Kontext braucht Bewegung klare Strukturen, verlässliche Regeln und gut gesetzte Ruhephasen. Dieser Beitrag zeigt praxisnahe Wege, wie Bewegungsangebote im Frühling gestaltet werden können – mit einfachen Spielen, wenig Material und flexibler Umsetzung für Innen- und Außenbereiche.
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Warum Bewegung im Frühling eine zentrale Rolle spielt
Kinder erschließen sich ihre Welt über Bewegung. Sie schulen ihre Motorik, stärken ihre körperliche Gesundheit und verarbeiten emotionale Eindrücke. Im Frühling verstärken äußere Reize wie Licht, Wärme und Natur diese Bedürfnisse zusätzlich. Werden sie nicht aufgegriffen, zeigen sich häufig Unruhe, Reizbarkeit oder Konflikte im Gruppenalltag.Gezielte Bewegungsimpulse fördern:
• Die körperliche Entwicklung: Aufbau von Kraft, Ausdauer und Widerstandsfähigkeit
• Kognitive Prozesse: Bessere Konzentration und erhöhte Lernbereitschaft
• Emotionale Balance: Stressabbau und innere Ausgeglichenheit
• Soziale Fähigkeiten: Rücksichtnahme, Kooperation und Kommunikation
• Ein positives Selbstbild: Erfolgserlebnisse stärken Selbstvertrauen und Selbstwahrnehmung
Kinder, die sich ausreichend bewegen dürfen, sind aufnahmefähiger und finden leichter in gemeinsame Lernprozesse.
1. Bewegte Frühlingsrituale – aktiv in den Tag starten
Ein gelungener Tagesbeginn beeinflusst die Stimmung der gesamten Gruppe. Kurze, ritualisierte Bewegungseinheiten am Morgen helfen, Körper und Geist zu aktivieren. Statt eines klassischen Sitzkreises kann ein bewegter Einstieg gewählt werden.Ein Beispiel ist der Frühlingsstart: Die Kinder stehen im Kreis und stellen mit Bewegungen das Erwachen der Natur dar. Sie wachsen wie Pflanzen aus dem Boden, strecken sich der Sonne entgegen oder flattern wie Schmetterlinge durch den Raum. Solche Rituale dauern nur wenige Minuten, schaffen aber einen klaren Übergang vom Ankommen zum gemeinsamen Arbeiten.
2. Bewegungsspiele für den Gruppenraum
Auch an Tagen, an denen Aktivitäten im Freien nicht möglich sind, sollte Bewegung ihren Platz haben. Im Innenraum geht es darum, Energie zu bündeln und gleichzeitig den Geräuschpegel zu kontrollieren.• Ampelspiel mit Frühlingsbezug: Farben geben unterschiedliche Bewegungsformen vor – hüpfen, schleichen oder stillstehen.
• Tierische Bewegungsspiele: Kinder stellen Frühlings- oder Bauernhoftiere pantomimisch dar, die Gruppe ahmt sie nach.
• Bewegungsgeschichten: Erzählungen werden direkt in Bewegungen umgesetzt und fördern Fantasie sowie Körperwahrnehmung.
3. Draußen lernen: Der Außenbereich als Bewegungsraum
Sobald es das Wetter zulässt, sollte der Außenbereich bewusst in den Alltag eingebunden werden. Statt unstrukturiertem Rennen helfen gezielte Bewegungsaufträge.• Bewegungsaufgaben mit Ziel: Kinder sammeln Farben, laufen bestimmte Strecken oder erfüllen kleine Bewegungsmissionen.
• Natürliche Parcours: Baumstämme, Steine oder Bänke laden zum Balancieren, Klettern und Springen ein und fördern die Grobmotorik.
4. Bewegung mit Wahrnehmung verknüpfen
Besonders nachhaltig ist Bewegung, wenn sie mit Sinneserfahrungen kombiniert wird.• Frühlingsrallyes: Kinder suchen Naturmaterialien und erkunden dabei aktiv das Gelände.
• Barfuß-Erfahrungen: Das Gehen auf unterschiedlichen Untergründen schult Sensorik und Koordination – sofern Wetter und Rahmenbedingungen es erlauben.
5. Gemeinsam statt gegeneinander: Kooperative Spiele
Kooperationsspiele stärken das Gruppengefühl und reduzieren Leistungsdruck. Aufgaben, die nur gemeinsam gelöst werden können, fördern Kommunikation und Rücksichtnahme.Beispiele sind gemeinsame Balanceübungen oder Gruppenbewegungen mit Seilen, bei denen Abstimmung wichtiger ist als Geschwindigkeit.
6. Lernen in Bewegung: Kinästhetische Zugänge nutzen
Bewegung eignet sich hervorragend, um Lerninhalte körperlich erfahrbar zu machen.• Rechenaufgaben hüpfen
• Formen erlaufen
• Begriffe spielerisch dargestellen
So werden abstrakte Inhalte nachhaltiger verankert.
7. Ruhe durch bewusste Bewegung
Aktivität braucht Ausgleich. Ruhige Bewegungsformen wie Kinderyoga oder Gleichgewichtsübungen helfen, Überreizung zu vermeiden und fördern die Selbstregulation.Haltungen wie der Baum oder das langsame „Aufblühen“ einer Blume verbinden Bewegung mit Atmung und Konzentration.
8. Übergänge bewegungsreich gestalten
Viele Konflikte entstehen in Übergangssituationen. Werden Aufräumen oder Umziehen spielerisch mit Bewegung verknüpft, verlaufen diese Phasen ruhiger und strukturierter.9. Differenzierung und Teilhabe ermöglichen
Bewegungsangebote sollten offen formuliert sein, sodass jedes Kind sie auf seinem individuellen Niveau umsetzen kann. Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade entstehen durch eigene Lösungswege – nicht durch starre Vorgaben.10. Sicherheit, Regeln und Sichtbarkeit
Klare Regeln schaffen Sicherheit und Orientierung. Gleichzeitig ist es sinnvoll, Bewegungsangebote zu dokumentieren – etwa durch Fotos oder Kinderzeichnungen. So wird sichtbar, dass Bewegung ein fester Bestandteil pädagogischer Bildungsarbeit ist.Fazit: Frühling als Chance für ganzheitliche Entwicklung
Der Frühling steht für Wachstum, Aufbruch und neue Energie. Indem pädagogische Fachkräfte den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder gezielt begleiten, schaffen sie wertvolle Lernräume. Bewegung ist dabei weit mehr als körperliche Aktivität: Sie unterstützt emotionales Gleichgewicht, soziales Lernen und kognitive Entwicklung – und legt den Grundstein für Freude an Bewegung ein Leben lang.Helena Katharina H., 28.01.2026
