Flexibles Sitzen in der Grundschule - mehr Platz für Lernspaß
Dieser Anspruch muss in der Gestaltung der Räumlichkeiten zum Ausdruck kommen. In einem engen, ungemütlichen Zimmer fallen der Klasse das Zuhören und der Lehrerschaft die Wissensvermittlung denkbar schwer. Ein offener, übersichtlich eingerichteter Klassenraum sorgt dafür, dass sich alle Beteiligten in den vier Wänden wohlfühlen.
In Klassenzimmern sind Tische und Stühle vorhanden. An ihnen wird gearbeitet. Meistens gilt eine Sitzordnung, die über einen relativ langen Zeitraum konstant bleibt. Manche Lehrpersonen orientieren sich an einem Gegenentwurf: Das flexible Sitzen ist kein wahlloses Stühlerücken, sondern eine Methode mit pädagogisch-didaktischem Wert.
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Unterschied zum klassischen Sitzen
Beim klassischen Sitzen herrscht eine feste Sitzordnung im Klassenzimmer vor. Die Verteilung der Sitzgelegenheiten sowie die Konstellation der Tischnachbarschaft sind für einen bestimmten Zeitraum unveränderlich. Oft wird die Sitzordnung in einem Abstand von 2 bis 4 Wochen neu zusammengestellt, damit sich die Sitznachbarinnen und Sitznachbarn im Laufe des Halbjahres abwechseln.Die zweite Definition des klassischen Sitzens bezieht sich auf die Sitzmöbel. In den meisten Klassen finden Tische und Stühle als zweckmäßige Einrichtungsgegenstände Verwendung. Sitzsäcke, Liegeinseln oder ähnliche Gegenstände dienen während des Unterrichts nicht als Sitzgelegenheiten. In den Pausen werden sie jedoch häufig genutzt. Das flexible Sitzen weitet das Vorhandensein von Sitzplätzen auf die oben genannten Möbelstücke aus. Sie sind eine Erweiterung zum normalen Platzangebot.
Gründe für flexibles Sitzen
Einer der ausschlaggebenden Gründe für die Lernmethode sind die Unterschiede im Hinblick auf den Wissenserwerb. Manche Kinder brauchen strukturelle Veränderungen, um neues Wissen aufzunehmen und im Langzeitgedächtnis zu speichern. Diesem Bedürfnis kommen Lehrkräfte mit der Einführung von flexiblen Sitzordnungen nach.Hinzu kommt die Fläche des Klassenraumes. In geräumigen Zimmern bleiben viele freie Bereiche ungenutzt. Mit Sitzecken werden die großzügigen Maße im Raum sinnvoll genutzt. Die Verschiebungen im Hinblick auf das soziale Gefüge bei regelmäßigen Änderungen der Sitzpläne sind nicht weniger wichtig. Bei wechselnden Sitzordnungen sitzen auch diejenigen an einem Tisch zusammen, die sonst nur wenig Zeit miteinander verbringen. Häufig bilden sich als Konsequenz ungeahnte Freundschaften heraus, die selbst die Lehrpersonen erstaunen.
Flexibles Sitzen - Methoden und Formen
Beim flexiblen Sitzen gibt es zwei Formen - den (zusätzlichen) Gebrauch von alternativen Sitzmöbeln sowie den regelmäßigen Wechsel der Sitzpartnerinnen und Sitzpartner.Die Verwendung von Hockern, niedrigen Arbeitstischen oder Sitzinseln ist eine beliebte Technik, um die Platzverteilung im Klassenraum durch flexibles Sitzen aufzubrechen. Bei der zweiten Variante werden keine zusätzlichen Sitzgelegenheiten verwendet. Stattdessen teilt die Lehrkraft die Sitzordnung in Abständen von maximal 3 bis 4 Wochen neu ein.
Eine Kombination aus beiden Formen ist ebenfalls möglich. Sie sorgt für ein besonders lebendiges Umfeld, in dem sich die Schülerschaft Fachwissen aneignet. Durch die ständig wechselnden Platzkonstellationen und die Nutzung von originellen Sitzmöbeln entgeht man einer räumlichen Monotonie.
Vor- und Nachteile des flexiblen Sitzens
Die Vorteile bestehen in der motorischen Förderung. Kinder im Grundschulalter strengt ein ruhiges Sitzen an den Tischen oft an. Mit einer gewissen Flexibilität wird der Bewegungsmangel während der Unterrichtsstunden ausgeglichen.Ein weiterer Vorteil erscheint im ersten Moment nebensächlich. Mit Sitzgelegenheiten wie Sesseln oder weichen Kissen als ergänzende Elemente entsteht eine offene Lernatmosphäre. Sitznischen, gesäumt von Lernplakaten, schaffen einen Rückzugsort im Klassenzimmer. So entsteht ein kleines Refugium mitten im Raum, in dem ungestört gelernt werden kann.
Durch das kindgerechte Lernumfeld werden die Aktivität und die Leistungsbereitschaft der Klassenmitglieder erhöht. Ein starrer Sitzplan wird während der Unterrichtsstunden nicht befolgt. Stattdessen ist die freie Platzwahl zulässig. Sie bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Entfaltung, was für die altersspezifische Entwicklung dienlich ist.
Ungeachtet der vorteilhaften Begleiterscheinungen kann eine flexible Sitzordnung mit Nachteilen verbunden sein. Die Verfügbarkeit von gemütlichen Sitzinseln ist für Grundschulkinder eine ideale Gelegenheit, um sich nach eigenem Ermessen mit Arbeitsmaterialien zu beschäftigen. Eine ähnliche Methodik findet sich im Konzept des Churermodells wieder. Genau darin liegt mitunter die Problematik: Manche Klassenmitglieder lassen sich bei einer alternativen Sitzordnung leicht zerstreuen und kommen den Aufgabenstellungen nicht mehr gewissenhaft nach. Mit einer Testphase kann die Klassenleitung prüfen, ob sich das flexible Sitzen für ihre Schülerinnen und Schüler eignet. Die Ernsthaftigkeit der Klasse ist der entscheidende Faktor.
Beim Wechsel der Tischnachbarinnen und Tischnachbarn sind folgende Szenarien denkbar: Es werden Leistungsträger neben leistungsschwächeren Klassenmitgliedern platziert. Die Leistungsstarken teilen ihr Wissen mit ihrem Gegenüber, wodurch sich der Kenntnisstand von Kindern mit Lernschwierigkeiten verbessert. Diese Situation ist das Ziel der Methode. In der Realität sieht es oft anders aus: Den weniger erfolgreichen Lernenden wird das Wissen vorenthalten. Sie können aus der neuen Sitzordnung keinen Nutzen für sich ziehen und haben weiterhin Probleme beim Bruchrechnen oder beim Einprägen von Vokabeln.
Flexibles Sitzen - FAQs
Bei der Planung der neuen Sitzordnung fragen sich Lehrerinnen und Lehrer, ob flexibles Sitzen für ihre Klassenstufe geeignet ist oder welche formalen Vorschriften sie befolgen müssen. Die Antworten auf die folgenden Fragestellungen helfen bei der Sortierung aller Bereiche, die Lehrpersonen bedenken müssen.1. Wird die Methode nur in der Grundschule angewandt?
Die flexible Sitzordnung ist in Grundschulen besonders häufig anzutreffen. Sie eignet sich dennoch für weiterführende Schulen. In Oberstufenkursen greifen Lehrkräfte seltener auf die Methode zurück. Dafür gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze. Ein Grund betrifft die Konzentrationsfähigkeit der Schülerschaft. In höheren Jahrgängen können sich die Klassen- oder Kursmitglieder über einen längeren Zeitraum besser konzentrieren als Kinder in der Grundschule. Darum wenden Lehrerinnen und Lehrer die Technik nur in Ausnahmefällen an.
2. Ist die Neuverteilung der Plätze nicht mit einem zusätzlichen Arbeitsaufwand verbunden?
Grundsätzlich müssen die Tische und Stühle nicht jedes Mal neu angeordnet werden. Wenn man eine räumliche Umstrukturierung als sinnvoll erachtet, fällt diese zusätzliche Tätigkeit neben der Unterrichtsplanung an. Ansonsten werden die Sitzgelegenheiten einmalig neu ausgerichtet, damit die Schülerschaft sie künftig als Arbeitsumfeld nutzt. Nischen für die Stillarbeit sind nicht an eine zeitliche Grenze gebunden. Sie werden als Ausbau des Lernumfelds in den Klassenraum integriert.
3. Muss die Schulleitung eine Genehmigung erteilen?
Die Personen in leitender Position müssen der Methode zustimmen. Bei der Gestaltung überlassen sie es den Fachlehrkräften, auf welche Weise sie eine flexible Sitzordnung im Klassenraum einführen. Deshalb ist das Gesuch um eine offizielle Erlaubnis notwendig. Es betrifft auch die Erziehungsberechtigten der Klassenmitglieder.
4. Dürfen die Mitglieder des Klassenverbands ihre eigenen Sitzkissen mit in den Unterricht bringen?
Es gibt keine Einwände gegen das mitgebrachte Lieblingskissen von zu Hause. Vor einem pädagogischen Hintergrund betrachtet ist diese Möglichkeit sogar sinnvoll: In der Grundschule brauchen die Kinder etwas, das ihnen auch wörtlich genommen Halt gibt. Hier kann ein Kissen als Rettungsanker zum Drücken und Umarmen für die jungen Schützlinge einen Ausgleich schaffen.
Fazit - neue Sitzordnung für bessere Lernerfolge
Mein flexibler, flexibler Platz ist frei: Die Positionierung der Tische und Stühle im Klassenraum hat erhebliche Auswirkungen auf die Fortschritte beim Lernen. Je nach Ausgangslage kann dieser Einfluss positiv oder negativ sein. Bei ungünstigen Voraussetzungen sind die Beteiligten schnell abgelenkt und können dem Unterricht nicht mehr aufmerksam folgen. Im besten Fall eröffnet die Methode des flexiblen Sitzens neue Chancen für alle Beteiligten. Das Konzentrationsvermögen von ruhigen Klassenmitgliedern überträgt sich beruhigend auf Kinder mit Konzentrationsproblemen. Darüber hinaus findet ein übergreifender Dialog im Raum statt, was die Fähigkeit zur Wissensaufnahme steigert.Bei den Formen der flexiblen Sitzordnung muss zwischen den Sitzmöbeln und der Konstellation der Tische und Bänke ein Vergleich gezogen werden. Die Verwendung von alternativen Möbelstücken wie Sitzkissen oder Stühlen aus Schaumstoff lockert die Ästhetik des Raumes auf. Der Wechsel der Sitznachbarschaft ermöglicht eine variable Zusammenstellung der Klassengemeinschaft.
Die Größe des Raumes spielt bei der Frage nach der Beschaffung von zusätzlichen Sitzgelegenheiten eine Rolle. Bei der wechselnden Verteilung der Sitznachbarinnen und Sitznachbarn macht das Platzangebot im Klassenzimmer keinen Unterschied. Deshalb ist flexibles Sitzen eine Methodik für alle Klassen(-räume), was einen Vorteil gegenüber anderen Lerntechniken darstellt.
Nina K., 03.02.2026
Zur Autorin: Mein Name ist Katharina und ich bin seit dem Jahr 2018 als freiberufliche Autorin tätig. Zuvor habe ich mein Studium in Anglistik und Philosophie erfolgreich abgeschlossen. Das Verfassen von Artikeln für Lehrerblogs zählt nicht nur zu meinen grundlegenden, sondern auch zu meinen liebsten beruflichen Aufgaben. Mir macht es viel Freude, sowohl Lehrkräften als auch Schülerinnen und Schülern nützliche Ratschläge für den Alltag 'vor der grünen Tafel' an die Hand zu geben. Meine Themenschwerpunkte reichen von Hilfestellungen für die Organisation über Tipps für eine gelungene Unterrichtsführung bis hin zu Gedanken über Werte wie Empathie und Mitgefühl – sie ermöglichen nicht nur in der Schule ein harmonisches Miteinander.
