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Churermodell in der Schule - Wissenserwerb trifft auf Raumgestaltung

Die Pädagogik ist eine vielschichtige Wissenschaft, die sich in einem ständigen Wandel befindet. Neue Erkenntnisse und modernisierte Methoden im Bereich der Didaktik werden bei der Planung des Fachunterrichts berücksichtigt, damit die Schülerschaft unter idealen Bedingungen lernen kann.

Eine detaillierte Unterrichtsplanung schafft optimale Voraussetzungen für die Vermittlung und kognitive Verarbeitung von Fachkenntnissen. Bei der Durchführung ihres Unterrichts müssen Lehrkräfte ein Ziel vor Augen haben, welches mit der Klasse offen kommuniziert wird. In der Schule sind verschiedene didaktische Modelle verbreitet. Eine der bekanntesten Methoden ist das Churermodell.

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Was ist das Churermodell?

Das Modell wurde im Jahr 2010 in der Schweiz entwickelt. Es verdankt der Stadt Chur im Schweizer Kanton Graubünden seinen Namen. Das Konzept geht auf Reto Thöny zurück. Als erfahrener Pädagoge erkannte er die Bedeutung der Räumlichkeiten, in denen sowohl gelernt als auch gelehrt wird. Aus seiner Sicht boten die Rahmenbedingungen beim frontalen Unterricht nicht für alle Kinder ein geeignetes Lernumfeld. Diesen Umstand wollte der Experte ändern.

Beim Churermodell ist das Klassenzimmer das Zentrum des Lernens und Lehrens. Diese Tatsache scheint zunächst keine neue Erkenntnis zu sein. Die Besonderheit liegt im Aufbau des Raums: Bei dem beliebten Lernmodell stellen die Räumlichkeiten in der Schule den Mittelpunkt dar. Die Tische und Stühle werden neu angeordnet. Eine freie, offene Lernatmosphäre ist das Ziel der räumlichen Umstrukturierung.

Der Auftakt der Unterrichtseinheit wird in einem Stuhlkreis vorgenommen. Eine ähnliche Konstellation ist der Morgenkreis in der Kita. Anders als im Kindergarten sind Sitzkreise in der Schule. Die Anwesenden werden von der Fachlehrkraft begrüßt. Auf die Begrüßung folgen einleitende Worte. Die Klasse wird in den Ablauf der Unterrichtsstunde eingewiesen, damit sie das Konzept versteht und es richtig umsetzt.

Nach der Einleitungsphase kann der Stuhlkreis abgebaut werden, um zusätzlichen Raum für die Lernenden zu schaffen. Der Kreis als Herzstück des Klassenzimmers ist jedoch ein prägender Bestandteil des Konzepts. In der Mitte des Raumes werden Materialien zum Bearbeiten von themenbezogenen Aufgaben hinterlegt. Sie zielen auf den Erwerb und die Vertiefung von Fachkenntnissen ab.

Der Einführung schließt sich die Arbeitsphase an. Beim Bearbeiten der Aufgaben dürfen die Klassenmitglieder selbst entscheiden, wo sie sich niederlassen. Im Klassenraum finden sie Arbeitsmaterialien vor, mit denen sie sich eigenständig beschäftigen. Bei Fragen ist die Lehrkraft jederzeit ansprechbar. Als Raumtrennungen dienen Schränke oder Bücherregale.

Die drei Ebenen des Churermodells

Das Churermodell baut auf der Entscheidungsebene, der Bedingungsebene und der Handlungsebene auf. Anders als beim herkömmlichen Unterricht mit frontalem Schwerpunkt gibt es keine festgelegten Sitzplätze. Die Schülerinnen und Schüler dürfen sich nach eigenem Ermessen einen Platz suchen, wo sie ihre Aufgaben bearbeiten.

Der Entscheidungsebene schließt sich die Bedingungsebene an. Alle Beteiligten müssen sich über das Ziel der Unterrichtseinheit im Klaren sein. Weitere Bedingungen für eine Umsetzung des Konzepts sind der verfügbare Platz im Klassenzimmer, das Einverständnis der Schuldirektion und die Unterstützung der Schülerschaft durch die Lehrperson.

Die Klassenmitglieder entscheiden selbst, wie sie das Ziel der Unterrichtsstunde erreichen. Sie wählen sich selbst einen Bereich im Klassenraum aus, wo sie arbeiten möchten. Zudem gibt es keine Vorgaben für die Arbeitsweise: Einzelarbeit ist ebenso zulässig wie Partner- oder Gruppenarbeit.

Auf beide Ebenen folgt die Handlungsebene als dritte Stufe des Modells. Die Handlung ist mit der Durchführung des Lernkonzepts gleichzusetzen. Alle Anwesenden kennen ihre ihnen zugeteilten Pflichten. Sie wissen, wie das Churermodell funktioniert und führen es im praktischen Kontext aus. Die praktische Arbeit findet im Klassenraum statt. Durch die Raumtrennungen werden ruhige Arbeitsbereiche geschaffen, in denen die Kinder ungestört Texte schreiben, in Fachbüchern lesen oder sich anderweitig mit der Thematik auseinandersetzen.

Beispiel: Churermodell im Unterricht anwenden

Als beispielhafte Ausgangslage wird eine Unterrichtsstunde im Fach Sachkunde beschrieben. Vor dem Beginn der Stunde ordnet die Lehrkraft die Tische und Sitzgelegenheiten im Klassenraum nach den Richtlinien des Churermodells um. Die Tafel wird nicht genutzt oder nur für das Anschreiben von Stichpunkten verwendet.

In der Mitte des Klassenzimmers wird ein Stuhlkreis aufgebaut. Die Klassenmitglieder nehmen auf den im Kreis angeordneten Stühlen Platz. Anschließend wird die Stunde von der Lehrkraft eröffnet. Sie erklärt den Schülerinnen und Schülern den genauen Ablauf der Unterrichtseinheit. Darüber hinaus teilt sie ihnen mit, wie sie nach den Vorgaben des Lernmodells zielführend arbeiten. In der Mitte des Raums liegen Arbeitsblätter aus. Bei der Bearbeitung rufen sich die Kinder das bereits vorhandene Wissen über die Thematik ins Gedächtnis. Diese Phase ist ein Zugeständnis an lernschwächere Klassenmitglieder. Die Einführungsphase dauert ungefähr eine Viertelstunde.

Nach der kurzen Einführung beginnt die Arbeitsphase. Die Schülerinnen und Schüler sollen Stationen zum Thema "Tierschutz« bearbeiten. Jedes Kind bekommt einen Laufzettel. Die Aufgaben auf der Kopie sollen in der Unterrichtsstunde bearbeitet werden. Darin besteht die Zielsetzung. Die konkrete Herangehensweise liegt im Ermessen der einzelnen Klassenmitglieder.

Auf dem Laufzettel stehen folgende Aufgabenstellungen:

- Was bedeutet Tierschutz?
- Was gehört zum Tierschutz?
- Warum müssen wir Tiere schützen?
- Wie kann jede und jeder von uns etwas für den Tierschutz tun?

Neben Stühlen sind Sessel, Sofas oder Kissen als Sitzgelegenheiten vorhanden. Als Arbeitsmaterialien finden Tafelbilder, Arbeitsblätter oder Fachliteratur Verwendung. Die Klassenmitglieder sind über die Ziele der Unterrichtsstunde informiert. Die Fragestellungen werden kleinschrittig bearbeitet: Erst nachdem eine Aufgabe abgeschlossen wurde, wendet man sich der nächsten Frage auf dem Laufzettel zu.

Während der Bearbeitungsphase hält sich die Lehrkraft im Klassenzimmer auf. Sie sitzt an einem Schreibtisch oder dem Lehrerpult. Bei der Raumgestaltung wird der Tisch für die Lehrperson nicht zentral, sondern an der Seite des Raums aufgestellt.

In den letzten Minuten der Unterrichtsstunde versammelt sich die Klasse mit ihrer Lehrkraft zu einer Feedbackrunde. Jedes Klassenmitglied darf der Lehrperson mitteilen, wie es mit der Methode zurechtgekommen ist. Die Lehrperson schreibt die Antworten auf, um mögliche Verbesserungsvorschläge für künftige Unterrichtsstunden in ihren Unterlagen zu sammeln und bei der Planung darauf zurückgreifen zu können.

Unterschied zum Berliner Modell

Die Ebenen der Bedingungen und des Entscheidens finden sich hingegen in beiden Konzepten wieder. Das Berliner Modell gründet auf den sozialen und moralischen Rahmenbedingungen der Klassengemeinschaft. Bei der Entscheidungsebene gelten die gleichen Fragestellungen wie beim Churermodell. Neben der konkreten Zielsetzung ist eine klare Rollen- und Aufgabenverteilung für die Umsetzung notwendig.

Beim Berliner Modell stehen das Sozialverhalten und die subjektive Haltung der Beteiligten zu ethisch-moralischen Anschauungen im Vordergrund. Dieser Aspekt wird beim Modell nach Reto Thöny nicht als ausschlaggebend betrachtet. Anders als beim Churermodell ist das Berliner Modell nicht primär auf die räumlichen Bedingungen im Klassenzimmer ausgerichtet.

Vorteile des Churermodells: Für wen ist es am besten geeignet ?

Das Unterrichtskonzept aus der Schweiz eignet sich besonders für Klassen mit einem heterogenen Leistungsstand. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler ist nicht relevant. Somit lässt sich das Modell auch in überschaubaren Klassengemeinschaften anwenden.

Während der Arbeitsphase halten sich die Lehrkräfte im Klassenraum auf. Sie sitzen an einem Tisch, wo sie als Berater auftreten. Diese indirekte Anwesenheit der Lehrpersonen ist für Schülerinnen und Schüler ein wahres Entgegenkommen: Sie werden nicht zu Wortbeiträgen gedrängt, dürfen ihre Lehrkraft aber dennoch um Rat bitten. Diese Entscheidungsfreiheit motiviert die Schülerschaft und vermittelt ihr ein Gefühl von Selbstwirksamkeit.

In vielen Klassen herrscht ein durchwachsenes Leistungsgefälle vor. Lehrerinnen und Lehrer müssen Unterschiede im Hinblick auf die Lernfähigkeit in ihrem Fachunterricht bedenken. Zu komplizierte Aufgabenstellungen überfordern Kinder mit Lernschwierigkeiten, während sich leistungsstarke Klassenmitglieder bei der Bearbeitung von zu leichten Fragen unterfordert fühlen. Die Raumgestaltung nach dem Churermodell schafft abgetrennte Bereiche, in denen sich die Schülerinnen und Schüler ohne die direkte Kontrolle durch die Lehrkraft mit dem Unterrichtsthema befassen.

Die Lerntechnik hat sowohl für die Schülerschaft als auch für die Lehrerinnen und Lehrer Vorteile. Beim Beobachten der Klassenmitglieder und ihrer Arbeitsweise stellen Lehrkräfte häufig eine Lösungsorientiertheit fest, die ihnen bei anderen Unterrichtsmethoden nicht aufgefallen ist.

Grundsätzlich brauchen Lehrkräfte bei der Organisation und Durchführung des Modells Geduld. Wer mit sich ebenso geduldig ist wie mit der Schülerschaft, darf sich über Arbeitserfolge auf beiden Seiten freuen. Die Erfolgserlebnisse stellen sich bei dem Churermodell nicht schlagartig ein. Daran muss man als Lehrperson während der Unterrichtseinheit denken. Die Fortschritte zeigen sich auf lange Sicht in einer Beherrschung von verschiedenen Lernmethoden, zu denen auch das Modell aus Chur gehört.

Kritik und Grenzen des Churermodells

Jedes Lernmodell hat seine Vorteile und Nachteile. Auch die Methode nach Churer Art ist nicht für alle Klassen - oder Klassenräume - angemessen.

Lehrerinnen und Lehrer müssen den gesamten Klassenraum umgestalten. Die neue Anordnung der Möbel ist sowohl kräftezehrend als auch zeitintensiv. Aufgrund des zusätzlichen Arbeitsaufwands ist das Modell nicht für alle (Schul-)Tage geeignet. Statische Möbel machen die Umstrukturierung im Klassenraum fast unmöglich. In solchen Fällen sollte man als Lehrkraft auf andere Methoden ausweichen, die in der Grundschule umsetzbar sind.

Spontanität lässt sich mit diesem Konzept kaum vereinbaren: Die Rolle der Lehrkraft erstreckt sich von der Raumgestaltung über das Kontrollieren des Ablaufs bis hin zur Koordination. Für eine einzelne Lehrperson sind die Anforderungen eine organisatorische Zerreißprobe, was vor allem Referendarinnen und Referendare bestätigen können. Mitglieder des Lehrerkollegiums können das Churermodell in Partnerarbeit umsetzen, was ebenfalls eine Absprache mit Kolleginnen und Kollegen voraussetzt.

Das Lernkonzept setzt die Disziplin der Schülerschaft voraus. Beim Lernen nach dem Schweizer Modell arbeiten die Klassenmitglieder alleine oder zu zweit. Dabei konzentrieren sie sich auf die Fragestellungen an der Tafel oder auf dem Arbeitsblatt. Der Weg zur Lösung liegt in ihrem Ermessensspielraum. Diese Freiheit schließt allerdings die Fähigkeit zum eigenständigen und letztlich eigenverantwortlichen Arbeiten ein. Bei lebhaften Klassengemeinschaften sind die Gesamtumstände noch kein Gegenargument. Sie setzen jedoch eine Phase der Vorbereitung voraus, in der die Kinder schrittweise an die Arbeitsmethode nach dem Churermodell herangeführt werden.

Hinzu kommt der zeitliche Aspekt. Allein die Einführung nimmt etwa 15 Minuten in Anspruch. Deshalb reicht eine Unterrichtsstunde von 45 Minuten für das Modell nicht aus. In einer Doppelstunde lässt sich die Methode jedoch im Klassenraum durchführen.


Churermodell - FAQs

Im Rahmen der Planung sollten Lehrkräfte einen Gang durch den Klassenraum machen und die folgenden Fragestellungen wie auf einer Liste zum Abhaken gedanklich beantworten:

1. In welchen Schulformen lässt sich das Churermodell anwenden?

Das Lernmodell wird sowohl in der Grundschule als auch an weiterführenden Schulen wie Realschulen oder Gymnasien verwendet. In Grundschulklassen findet es jedoch besonders viel Anklang, was auf das Alter der Schülerschaft zurückzuführen ist: Im Alter von 6 bis 10 Jahren möchten Kinder ihre Umgebung mit allen Sinnen erforschen. Ihre Neugier schließt auch die Aneignung von fachlichen Kompetenzen ein.

2. Ist jedes Klassenzimmer für die Umsetzung des Konzepts geeignet?

Räumlichkeiten mit einem begrenzten Platzangebot lassen zu wenig Entfaltung für die Beteiligten zu. In solchen Fällen lassen sich einzelne Stufen des Modells umsetzen. Eine vollständige Umsetzung ist jedoch gar nicht oder nur eingeschränkt möglich. In geräumigen Klassenzimmern herrschen hingegen Idealbedingungen vor.

3. Welche Lerntypen spricht das Churermodell in besonderem Maße an?

Das Konzept zielt auf keinen bestimmten Lerntyp ab. Darin unterscheidet es sich von anderen Unterrichtsmethoden, bei denen der kommunikative oder auditive Typ in besonderem Maße "abgeholt« wird. Beim Churermodell kommen alle Lerntypen zu ihrem Recht: Mit der kurzen Erläuterung des Vorgehens adressiert sich die Lehrperson an den auditiven Lerntypen. Die Verfügbarkeit von Schaubildern oder Skizzen regt die Leistungsbereitschaft des visuellen Typs an. Das selbstständige Arbeiten fällt den praxisaffinen Lerntypen leicht. Beim wechselseitigen Austausch über Arbeitsergebnisse zeigen sich die Stärken des kommunikativen Typs.

4. Wie gehe ich mit Schülerinnen oder Schülern um, denen das selbstständige Arbeiten schwer fällt?

Nicht jedes Kind in der Grundschule kann ohne Mühe eigenverantwortlich arbeiten. Hier sollte die Lehrkraft ihre Gesprächsbereitschaft deutlich betonen. Die Feedbackrunde am Ende der Unterrichtsstunde dient der Evaluation.

5. Wie wird das erworbene Wissen abgefragt?

Beim Churermodell werden die Fortschritte der Schülerinnen und Schüler nicht unmittelbar überprüft. Die Lehrkraft notiert die Erfolge beim Wissenserwerb in ihren Unterlagen. Eine weitere Möglichkeit ist das Kontrollieren von Arbeitsblättern: Die Dokumente werden von der Lehrperson eingesammelt und korrigiert. In der darauffolgenden Unterrichtsstunde erhalten die Klassenmitglieder eine Rückmeldung zu ihrem individuellen Leistungsstand. Eine klare Kommunikation ist ein grundlegendes Merkmal der Lerntechnik aus der Schweiz: Während der Einführungsphase sollte den Anwesenden mitgeteilt werden, ob das Wissen der Unterrichtseinheit bei einer Klassenarbeit abgefragt wird.

6. Sind die Vorgaben für die Raumgestaltung zwingend zu befolgen?

Die kreisförmige Anordnung der Stühle ermöglicht eine offene Kommunikation zwischen der Lehrperson und ihrer Klasse. Deshalb ist sie zumindest für die Einführungsphase empfehlenswert. Die Gestaltung der Arbeitsbereiche oder die Aufstellung der Schränke als Raumtrenner hängt von den räumlichen Bedingungen und den Ideen der Lehrkraft ab. Je einladender der Klassenraum gestaltet ist, umso konzentrierter verweilen die Schülerinnen und Schüler über ihren Laufzetteln.

Fazit - dem Lernen Raum geben

Jede Lehrkraft im Schuldienst hat ihre bewährten Methoden, um der Klasse Fachkenntnisse zu vermitteln. Eine gewisse Variabilität sorgt dafür, dass kein Lerntyp zu kurz kommt und die Schülerschaft neue Wege beim Wissenserwerb kennenlernt.

Mit dem Churermodell wird das Klassenzimmer zu einem Raum des Austauschs und des offenen Unterrichts. Das Konzept lässt sich als Pause für die grüne Tafel in einem Satz zusammenfassen: Im Gegensatz zum frontal geführten Unterrichtsgespräch zwischen dem Plenum und der Fachlehrkraft findet das Erarbeiten von neuen Kenntnissen wie in einer Projektgruppe statt.

Der organisatorische Aufwand vor der Unterrichtsstunde sollte nicht über den Mehrwert des Lernmodells hinwegtäuschen oder Lehrkräfte davon abhalten, ihren Fachunterricht nach dem Konzept von Reto Thörny zu erteilen: In der Grundschule sind wechselnde Unterrichtsmethoden sowohl für die Lehrerschaft als auch für die Klasse von Vorteil. Die wenigsten Unterrichtsmethoden sind auf alle Lerntypen ausgerichtet. Mit dem Churermodell wird genau diese Brücke geschlagen: Es geht darum, das angestrebte Ziel zu erreichen. Die Suche nach der für sie passenden Herangehensweise ist Aufgabe der Schülerschaft. Während der Arbeitsphase werden die Klassenmitglieder nicht überwacht. Ihre Lernfortschritte werden von der Lehrkraft trotzdem erkannt und schriftlich vermerkt.

Nina K., 26.01.2026

Zur Autorin: Mein Name ist Katharina und ich bin seit dem Jahr 2018 als freiberufliche Autorin tätig. Zuvor habe ich mein Studium in Anglistik und Philosophie erfolgreich abgeschlossen. Das Verfassen von Artikeln für Lehrerblogs zählt nicht nur zu meinen grundlegenden, sondern auch zu meinen liebsten beruflichen Aufgaben. Mir macht es viel Freude, sowohl Lehrkräften als auch Schülerinnen und Schülern nützliche Ratschläge für den Alltag 'vor der grünen Tafel' an die Hand zu geben. Meine Themenschwerpunkte reichen von Hilfestellungen für die Organisation über Tipps für eine gelungene Unterrichtsführung bis hin zu Gedanken über Werte wie Empathie und Mitgefühl – sie ermöglichen nicht nur in der Schule ein harmonisches Miteinander.